Über mich

Ich kenne den Moment, in dem das eigene System „Nein" sagt.
Weil ich ihn selbst erlebt habe. Als Führungskraft, die jahrelang gegen ihr eigenes Betriebssystem gearbeitet hat, bis der Körper die Entscheidung traf, die der Kopf nicht treffen wollte. Die meisten, die zu mir finden, kennen dieses Muster: Lösungen, die für andere funktionieren, greifen bei ihnen nicht. Das liegt selten an fehlendem Wissen, sondern an einem inneren System, das andere Eingaben braucht.
Vom Teleskop zur tiefen Wahrnehmung
Mit neun Jahren bekam ich ein Teleskop. Ich sah nicht nur Sterne, ich spürte die Unendlichkeit dahinter. Ich las die Stimmungen von Menschen, wie andere Bücher lesen, grub tiefer, schaute genauer hin, hörte nie auf zu fragen. Dieselbe Neugier führte mich in die Molekularbiologie und später in die Finanz- und Konzernwelt, unter anderem als Teamleiter bei Mondial Kundenservice (Allianz Partners Deutschland) und als Supervisor bei SELLBYTEL (BBDO Gruppe). Irgendwann wurde mir gesagt, diese Art zu sein sei falsch. Zu viel. Zu intensiv. Zu anders.
Der Versuch der Anpassung
Also habe ich mich angepasst. Standardführung, Standardmethoden, Standardtaktung. Nach außen funktionierte es: Die Teams waren erfolgreich, die Projekte liefen. Fünfundzwanzig Jahre Führung und Finanzen, präzise und analytisch. Doch bei aller Analyse übersah ich lange den einen Blickwinkel, der zählte, den auf mich selbst. Mein System rebellierte. Der Preis, gegen das eigene Betriebssystem zu arbeiten, war der Burnout.
Die Wende
Die Krise wurde mein wichtigster Lehrmeister. Sie führte mich zurück zur Natur, die zu meinem Regulationssystem wurde, und zeigte mir, dass sich Logik und Emotion nicht trennen lassen, dass Geld und Gefühl mehr gemeinsam haben als den Anfangsbuchstaben. Führung gelang, als ich aufhörte, mein anderes Betriebssystem als Fehler zu betrachten: die Wahrnehmung, die spürt, was unter der Oberfläche geschieht, das Bedürfnis nach Stille zwischen den Stürmen. Was ich jahrelang zu kompensieren versuchte, ist heute die Grundlage, auf der ich arbeite.
HSP und Scanner
Ich bin HSP und Scanner. Für mich ist das kein Label, sondern die Erklärung für eine Fähigkeit: in Finanzmärkten, Organisationen und menschlichen Prozessen dieselben Muster zu erkennen wie früher in der Biologie. Gleiche Analytik, anderer Kontext. Ich höre oft früher, was jemanden antreibt, als er es selbst ausspricht.
Wie ich heute arbeite
Als Executive Coach begleite ich Führungskräfte, die unter Druck klar bleiben wollen, und Privatpersonen, die finanzielle und strategische Entscheidungen so treffen möchten, dass sie sich darin wiedererkennen. Wer Hochsensibilität nicht als Defizit versteht, sondern als Arbeitsgrundlage, findet hier einen Sparringspartner, der beide Sprachen spricht: die der Zahlen und die der Resonanz. Keinen, der anweist. Einen, der systemisch mitdenkt. Sie sind nicht zu viel. Sie arbeiten nur mit einem anderen Betriebssystem.
Systeme lesen. Menschen verstehen.
Mein vollständiger Werdegang mit allen Stationen liegt auf joerg-hoermann.de/ueber-mich. Weitere Texte zu Führung, Hochsensibilität und Entscheidung sammeln sich in der Gedankenwerkstatt. Wenn ein vertrauliches Erstgespräch sinnvoll erscheint, führt das Kontaktformular dorthin.
